| Der Anfang
Vier Jahre nach der Wende in Ostdeutschland gründete sich in Kreischa unser Förderverein Lockwitztalbahn e.V. Wir hatten zum Ziel, einen Straßenbahnwagen als Denkmal in Kreischa aufzustellen. Mit dem Ersatz der Kreischaer Triebwagen bei der Kirnitzschtalbahn durch Einheitstriebwagen (Gothawagen) aus Plauen und Zwickau konnte unser Vorhaben verwirklicht werden. Mit Unterstützung der Bevölkerung, der Betriebe, der Bavariaklinik und der Gemeindeverwaltung wurde am 2. Oktober 1993 ein ehemaliger Triebwagen nach Kreischa überfürt, auf noch vorhandenen Schienen am Sanatorium aufgesetzt, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung mit einem Traktor zum Haußmannplatz gefahren und nach der Rückfahrt am Sanatorium aufgestellt. Dieses historische Ereignis war der Grund, dass sich unsere Menschen den Wiederaufbau der Bahn als touristische Attraktion wünschten.
Ein Wiederaufbau?
So änderte sich das Ziel unseres Vereines. Wir arbeiteten ab 1994 am Wiederaufbau der Lockwitztalbahn zwischen Kreischa und Hummelmühle auf drei km Streckenlänge. Die Schwierigkeit lag in der neutrassierung auf 2,5 km Länge neben der früheren Straßenlage. Die alte Werkstatthalle mit zwei Gleisen sollte als alter und zugleich neuer Straßenbahnhof dienen. Aus diesem Grund wurde 1994 der zweite Triebwagen nach Kreischa überführt. Anfangs wurde unser Vorhaben von der Gemeinde unterstützt, und wir drangen bis zur Sächsischen Staatsregierung vor. Doch im laufe der folgenden Jahre mussten wir erkennen, dass an einen Wiederaufbau aus finanzieller Sicht, bedingt durch die immer schlechter werdende Wirtschaftslage, überhaupt nicht mehr zu denken war.
Die Schwierigkeiten
Bis 2001 mussten wir um eine notdürftige Überdachung für beide Triebwagen kämpfen, da die Witterungsschäden bald nicht mehr in den Griff zu bekommen waren. Einige Vereinsmittglieder verließen entmutigt den Verein, von damals 11 Mitgliedern zählen wir heute 7, davon bewältigen 5 aktiv alle Arbeiten.
Enttäuscht sind wir von den sogenannten Fans unserer '31', wo sind sie bei der Pflege der alten Bahnen geblieben? Was sollten wir nun machen?
Aufgeben...
... wollten wir aber noch nicht, denn der Gemeinderat hat im Jahr 2001 beschlossen, uns in Zukunft die alte Straßenbahnwerkstatt mit 80 Metern Gleis, einer Weiche und weitestgehend erhaltene Bauhülle, sowie Sozial- und Werkstatträume zur Verfügung zu stellen. Dort wäre die Zukunft gesichert.
Der Neuanfang!
Am 15. Dezember 2002 begann unser Verein nach 25 Jahren Betriebseinstellung wieder mit Gleisarbeiten bei der Lockwitztalbahn. Die alte Drehstuhlweiche wurde, mit der Unterstützung der Dresdner Verkehrsbetriebe, erneuert. Unsere Vorstellung ist in der alten Werkstatthalle ein kleines Museum aufzubauen, welches unserer Meinung auch der Kurortentwicklung dienlich wäre. Von unserer Seite ist schon viel Ausstellungsmaterial gesammelt wurden. So besitzen wir zum Beispiel nicht nur die zwei Triebwagen, sondern mittlerweile einen Wagenpark von 5 Fahrzeugen.
Neue Probleme!
Doch trotz Zusicherung konnte die Gemeinde uns bis
jetzt die alte Werkstatt nicht zur Verfügung stellen, da noch keine Lösung für das darin gelagerte Streugut gefunden wurde. Weiterhin ist mittlerweile auch nichts mehr von dem großen Projekt "Vereinshaus" zu hören, zu dem das zukünftige Straßenbahnmuseum gehören soll. Wir arbeiten weiter daran, dass wir in die alte Werkstatt kommen.
Zukunft oder Trennung?
Sollten wir jedoch bis 2006 immer noch an diesem Standort sein und sollte es bis dahin keine Lösung geben, wird der Verein zum 100. Geburtstag der Lockwitztalbahn das Handtuch werfen und sich auflösen. Für die Triebwagen wird bis dahin ein neues zu Hause gesucht. Anfragen haben wir bereits bekommen. Aber bis jetzt sind wir optimistisch, und vielleicht gelingt es uns trotzdem das 100-jährige Jubiläum im Jahr 2006 gebührend im Kreischaer Straßenbahnmuseum zu feiern! An einer großen Überraschung arbeiten wir bereits! Wir würden uns freuen, Unterstützung durch neue Mitglieder und Mitstreiter zu erhalten. Wir würden uns weiterhin sehr freuen, wenn uns Geld- und Sachspenden für den Erhalt unserer Fahrzeuge, Gleise und des Straßenbahnhofs erreichen würden.
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